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if in doubt, flat out

25/6/2026

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Ausstellung im Kultur Palast International

Freienwalderstr. 20, 13359 Berlin

Eröffnung Freitag 26.6.26 19 Uhr
- 5.7.2026

Mit Arbeiten von Karø Goldt, Irina Novarese und Markus Willeke


Kuration: Karø Goldt


Konzert: „Hannelore“ Samstag, 27.Juni 2026 19 Uhr


Karø Goldt, Budoir d´Amour, 2026, 57 C-Prints, 1 C-Print auf Alu-Dibond, div. Größen, ca. 360 x 160 cm

Irina Novarese
, DO THE WORD DOUBT?, 2026, Installation, 4 LED Text Lampen, 8 Spanngurten, Merfachsteckdose, circa 30 x 30 x 250 cm


Markus Willeke
, Geist, 2026, Tusche, Acryl auf Papier, 228x152cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2026




"If in doubt, flat out" is the iconic motto of Scottish World Rally Champion Colin McRae (youngest World Rally Champion in 1995) , representing his fearless, maximum-attack driving style. It means maintaining full throttle and committing completely to a corner, even when unsure, rather than lifting off the accelerator. "We're here for a good time, not a long time".




„Im Zweifelsfall Vollgas geben“ lautet das legendäre Motto des schottischen Rallye-Weltmeisters Colin McRae (jüngster Rallye-Weltmeister 1995) und steht für seinen furchtlosen, kompromisslosen Fahrstil. Es bedeutet, auch in unsicheren Situationen Vollgas zu geben und sich voll und ganz auf die Kurve zu konzentrieren, anstatt vom Gas zu gehen. „Wir sind hier, um Spaß zu haben, nicht um lange zu bleiben.“

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sublim (1) radikal (2)

25/6/2026

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https://franziskaharnisch.de/sublim (1) radikal (2)
Zu den Arbeiten von Franziska (3) Harnisch (4)

Ein zentraler Aspekt der Arbeiten von Harnisch ist das Kollaborative, das Netzwerk, das Partizipatorische. In ihrer Vorgehensweise ermöglicht sie anderen Menschen Selbstermächtigung durch Teilhabe. Harnisch geht offen auf die Menschen zu. Die Auswahl der Partizipant:innen ihrer Aktionen, Ausstellungen und Workshops geht folgendermaßen: Sie setzt Kleinanzeigen in die lokale Presse, sie spricht Menschen an, in Fußgängerzonen, Schulen und im Internet, Kolleg:innen, Freund:innen und Familienmitglieder.

Harnisch fragt.

Die Digitalisierung und deren Auswirkung auf die Gesellschaft ist ein großes Thema in Harnischs Arbeiten. Wenn Han sagt „Dem digitalen Schwarm fehlt die Massenseele oder der Massengeist ganz. Die Individuen, die sich zu einem Schwarm zusammenfügen, entwickeln kein Wir.“ (5), so gelingt es Harnisch der sich digitalisierenden Gesellschaft ein Jetzt im realen Raum entgegenzusetzen und die Vertechnisierung der Gemeinschaften zu thematisieren. Diesem Technizismus (6) setzt sie mit Mitteln des künstlerischen Arbeitens eine Privatheit entgegen, die den Praktiken des zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts durch Teilhabe entspricht (7). „Die zunehmende Egoisierung und Atomisierung der Gesellschaft lässt die Räume für das gemeinsame Handeln radikal schrumpfen“ (8), Harnisch vergrößert diese Räume wieder. Nach Demuth „sind Systeme von Mitwirkung und Teilhabe ausnahmslos mäandernde Systeme“ (9). Diese transformativen Wechselverhältnisse des Mäanderns nennt Demuth fluvial, da er sich an der physikalischen Wechselwirkung von Ufer und Fluss orientiert. Das eine formt das andere im ständigen Austausch (10). Harnisch schafft Orte und Situationen für Wechselwirkungen.

Harnisch dialogisiert.

Partizipation ist ein völkerrechtlich verbrieftes Menschenrecht (11) und dient als Entwicklungsmotor, indem sie Menschen befähigt, ihre Meinung zu äußern und Einfluss zu nehmen. Partizipation gilt als gesellschaftlich relevant, weil sie zum Aufbau von sozialem Kapital führen kann und soziales Vertrauen verstärkt. (12)
Nach dem Kunsttheoretiker Max Glauner ist Partizipation eine Interaktion, welche er als Kooperation charakterisiert, in der das Publikum an der Entstehung des Kunstwerkes maßgeblich mitwirkt. Die Teilhabe bzw. Partizipation im empatischen Sinn wird als koproduktiver Faktor der Werkentstehung bezeichnet, als Kollaboration. (13)

Harnisch beteiligt.

Die Titel die Harnisch wählt sind schlicht und verweisen auf die jeweilige Aktion, Partizipation oder Präsentation und laden diese nicht auf. Die Exponate sind zurückhaltend und stellen Sachverhalte dar, oft mit technischer Finesse. Die Brisanz liegt in der Doppelbödigkeit. Denn obwohl hier keine Effekthascherei betrieben wird, sind die Themen von gesellschaftlicher Aktualität und Brisanz. Gemeinerweise sind die Arbeiten auch noch humorvoll, dass man die Ernsthaftigkeit und das umfassende theoretische Hintergrundwissen von Harnisch bei einer flüchtigen Rezeption übersehen könnte.

Harnisch benennt.

Auch wenn die Rahmenbedingungen der Interaktionen mit den Partizipant:innen offen sind, legt Harnisch doch eine Richtung vor. Technische Geräte werden nicht genutzt, ohne hinterfragt zu werden. Vor allem in den gesellschaftlichen Beziehungen, welche durch die Hilfsmittel der Kommunikation eine vorgegebene Art des menschlichen Austauschs von Informationen, Nachrichten und Gefühlen beeinflusst werden (14), deckt Harnisch diese Mechanismen auf und macht diese Einschränkungen für die Menschen erfahrbar. Die Entscheidungsfreiheit, wie man sich darstellt und wie man kommuniziert, hat wieder eine Chance.

Harnisch emanzipiert.

„Partizipation, so ließe sich sagen, ist messbar am Grad der Kommunikationen, die sie auslöst.“ (15) Harnisch sagt „Meine ästhetische Praxis legt sich auf Unabgeschlossenheit fest (...) In vielen meiner Arbeiten - prozessbasierte Teilstücke, die in ihrer Korrelation über Jahre hinweg indirekt aufeinander aufbauen - spielen Übertragungsmuster, der Begriff von Autorschaft und eine gewisse unkontrollierbare Handlungsentwicklung eine Rolle. (…) Handeln ist Sein. Es ist Anwesenheit real und digital. Und Handeln ist letztlich auch: Der Handel mit etwas“ (16). Je mehr sich das vielseitige Vorgehen von Harnisch wieder zu einem Verbund einer sehr großen Werkgruppe zusammensetzt, desto deutlicher wird, dass hier von einer „Lebensform als kulturelle Grammatik“ (17) in der digitalen Gesellschaft gesprochen wird.

Harnisch handelt.

Monokausalität kann bei Harnisch ausgeschlossen werden. Was Harnisch mit ihrer Praxis entfacht entspricht der „Dialogischen Plastik“ (18), welche schon in den vielfältigen Aspekten in der Vorbereitung ihrer Projekte vorhanden sind. Diese vielfältigen Aspekte sehe ich als Knäuel. Dieser wird durch die Einbindung der Partizipatoren weiter aufgeladen. „Ein Knäuel deutet stets auf eine Pluralität interaktiver Verhältnisse hin. Es liegt also nahe, Verwicklungen, anders als üblich, für einen glücklichen Umstand zu halten“ (19). Das Ergebnis ist ein Cluster der Korrelationen.

Harnisch komplexiert.


Karø Goldt, im Juni 2026

https://franziskaharnisch.de/
(1) sublim Adj. „erhaben, verfeinert, vergeistigt, Entlehnung „(2. Hälfte des 17. Jh.) aus lat. sublimis „hoch, erhaben, empor stehend, emporragend“; zu lat. limen „Schwelle, Türschwelle“. Aus: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen Q-Z, Akademie Verlag Berlin, 1989, S. 1756  (2) radikal Adj. „bis auf die Wurzel, bis zum äußersten (gehend), gründlich, gänzlich, rücksichtslos, rigoros“, entlehnt (16. Jh.) aus mlat. radicalis. Aus: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen Q-Z, Akademie Verlag Berlin, 1989, S. 1360 (3) Franziska von Rom: Patronin Roms; Patronin der Frauen und der Autofahrer (seit 1925); Helferin gegen die Qualen des Fegefeuers und der Pest. / Franziska Xaveria: erste Heilige der USA. Patronin der Auswanderer (seit 1950) Aus: Gorys, Erhard, Lexikon der Heiligen, 4.Auflage, München 2001, S. 109 (4) Harnisch, m. (f.) Panzer zum Schutz des Oberleibs; in der Weberei: Anordnung der Litzen am Webstuhl zum Ausheben einzelner Kettfäden; in der Geologie: glatte oder geschrammte Rutschfläche, die durch Aneinanderverschiebung von Gesteinsmassen entsteht. Aus: von Kienle, Richard, Fremdwörterlexikon, Berlin 1964, S. 162 (5) Han, Byung-Chul: Im Schwarm, 5. Auflage, Berlin 2020, S.20 (6)„Technizismus: in der bürgerlichen Soziologie verbreitete Lehre, welche die Technik isoliert von den herrschenden sozialökonomischen Verhältnissen betrachtet und allein durch technischen Fortschritt den entscheidenden Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung sieht. Der T. Dient heute dazu, die Ursachen für die sich im Prozess der wissenschaftlich -technischen Revolution vertiefenden sozialen Widersprüche im Kapitalismus zu verschleiern.“ Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin 1967, S. 654 (7) https://offenegesellschaft.org/ (8) Han, Byung-Chul: Im Schwarm, 5. Auflage, Berlin 2020, S.24 (9) Demuth, Volker: Mäander, Berlin 2023, S. 133 (10) „Randreibungen beziehungsweise Begegnungen sind stets Ereignisse der Unsicherheit, in denen eine offene, prekäre Zukunft schlummert .“ Demuth, Volker: Mäander, Berlin 2023, S. 134 (11) Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Resolution 217 A (III) vom 10. Dezember 1948) besteht aus 30 Artikeln, beschlossen von den Vereinten Nationen. (…) Artikel 27 (Freiheit des Kulturlebens) 1. Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben. (..) Quelle: https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte (12) Innerhalb der politischen Partizipationsforschung konkurrieren verschiedene Theorien und Modelle um die angemessene Beschreibung und Erklärung des Gegenstands. Beispielsweise gibt es zur Analyse der politischen Partizipation von Frauen verschiedene Perspektiven und Ansätze. Bei dieser genderorientierten Betrachtung der politischen Partizipation werden verschiedene hemmende oder fördernde Faktoren wie sozio-ökonomische Lage, die nationale politische Kultur, die individuelle politische Orientierung, das „politische Kompetenz-Gefühl“, Frauenförderung und gleichzeitige strukturelle Diskriminierung und die geschlechtstypischen Sozialisationsprozesse berücksichtigt. (13) „Partizipation bewahrt an jeder Position der klassischen Ästhetik jeweils Momente der negierten Begriffe – sie ist immer schon schöpferische Handlung und kritische Reflexion derselben. Es erscheint daher unerheblich, ob die Reichweite der Partizipation lediglich auf aktiv handelnde Interventionen – also körperliche Präsenz und Spur – beschränkt sein soll, wie dies von Lars Blunck,27 oder weitreichender, die Reflexion auf mögliche Handlungsspielräume betrifft, die ein künstlerisches Display eröffnet, wie es eine Mehrzahl der theoretischen Arbeiten zur Partizipation nahelegen.28 Unter dieser Perspektive entscheidet sich die „Aktivität“ jedes „Beteiligten“ auf allem Ebenen nicht daran, ob er einen Hammer in die Hand nimmt und an einer Hütte zimmert, von der keiner weiß, wie sie am Ende aussehen wird, oder ob er an einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt teilnimmt; – entscheidend bleibt seine Anteilnahme an einem künstlerischen Vorgang, die „Awareness“ für einen freigesetzten Prozess, sei er nun ausschließlich Interaktiv, kooperativ oder kollaborativ angelegt. „ Aus: Glauner, Max, Get involved! Partizipation als künstlerische Strategie. Kunstforum International Band 240, Juni-Juli 2016 (14) (…) schließlich wird unter Bedingungen der Begegnung mit anderen das imaginäre Eigene infrage gestellt und in seiner Bedeutung verunsichert(...) Kein Selbstbild ohne Fremdeinfluss.“ Demuth, Volker: Mäander, Berlin 2023, S. 134 f. (15) „Je spontaner, unmittelbarer und direkter diese Kommunikationen ausfallen, so „überraschender“ sie sind, um an einen Gedanken von Dirk Baecker anzuschließen *, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beteiligung von Menschen nicht lediglich ein kulturelles Planungsinstrument in Strategiepapieren von Kultureinrichtungen ist.“ Aus: Gernot Wolfram, Das Ende der Partizipation? Kulturelle Teilhabe in (Post-)Corona-Zeiten , 2020 * Vgl. Baecker, Dirk: Form und Formen der Kommunikation. Berlin 2009 (16) Franziska Harnisch, artist statement, Website (ohne Datum) https://franziskaharnisch.de/wp-content/uploads/2024/04/as_06.4.2024.pdf (17) Demuth, Volker: Heiteres Mäandern. Über Vorzüge des geschwungenen Lebens. Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 14.12.2025, Minute 1:26 (18) Demuth, Volker: Mäander, Berlin 2023, S. 37 (19) Demuth, Volker: ebd., S. 39

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voll

25/6/2026

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Kuratiert von Frau Reim


june 13,  6 - 9 pm / vernissage
june 16, june 18 / 3-5 pm / visit
june 20, 6 - 9 pm / finissage

Ackerstraße 9, 10115 Berlin

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01/ mickaël berdugo
02/ mickaël faure
03/ julie chovin
04/ michel castaignet
05/ saskia heinzel
06/ gonzalo reyes araos
07/ cedric mantel
08/ oceane moussé
09/ heidi sill
10/ hannah goldstein
11/ henrik stromberg
12/ natascha frioud
13/ owen piper
14/ christof zwiener
15/ marion orfila
16/ thien ngoc ngo-roufiol
17/ alexandra gaul
18/ ingo gerken
19/ kye hee yoon
20/ jacques hornschuh
21/ michael schultze
22/ maurice doherty
23/ guillaume airiaud
24/ pierre-etienne morelle
25/ elke graalfs
26/ danny aldred
27/ pascal brateau
28/ mareike jacobi
29/ claire laude
30/ andreas burger
31/ linus ebner
32/ katja schuett
33/ pedro boese
34/ herbert basilewski
35/ sandra schuck
36/ a. gertler + l. ribierre
37/ melina papageorgiou
38/ zabo chabiland
39/ alex & john gailla
40/ alexine chanel
41/ marievic
42/ florence obrecht
43/ axel pahlavi
44/ adeline meilliez
45/ inken reinert
46/ ivan lacaze
47/ lan hungh
48/ lara apponyi
49/ veronika steinkohl
50/ karø goldt

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